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Montag, 30. Juli 2012

Ruegen: Störtebeker-Festspiele 2012

Ralswiek auf Rügen: Störtebeker-Festspiele, noch bis 08.09.2012
Ein Theaterstück mit über 150 Mitwirkenden, 4 Schiffen, 30 Pferden, Spezialeffekten und vielem mehr. An jedem Abend sehen Sie ein Feuerwerk über dem „Großen Jasmunder Bodden“ in den Himmel steigen, das Ihren Besuch auf der Insel Rügen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt. [stoertebeker.de]
Flickt-Fotostrecke: Das Stück in Bildern
Hierzu ein Beitrag von D. Hahn.
Rügen: 400000 Fans jährlich wollen den legendären Piraten sehen
Störtebeker-Festspiele - seit 19 Jahren Erfolgsstory. Dieses Jahr steht der Tod des "deutschen Robin Hood" auf dem Spielplan

Klaus Störtebeker (1360-1401) wird gern als deutscher Robin Hood gepriesen. Der legendäre Seeräuber und seine Likedeeler (Gleichteiler), auch "Vitalienbrüder" genannt, halfen nicht nur etwa den belagerten Stockholmern gegen dänische Truppen, sondern machten ihrem Hauptfeind, der Hansa Teutonica (Deutsche Hanse) das Leben schwer. Seine Beute teilte der Pirat oft und großzügig mit den Armen in der norddeutschen Küstenregion. Die Koggen des mächtigen Hanse-Kaufmannsbundes waren vor allem in der Ostee leichte Beute der Kaperer, die lange Zeit sicher von der schwedischen Basis Gotland aus operierten. Seinen Namen erwarb sich der Seeheld indes durch wackere Trinkfestigkeit: "Stürz den Becher", so die saloppe Übersetzung. Sie sagt, was Sache gewesen ist: Kein Humpen mit mehr oder minder edlen Tröpfchen war vor Störtebeker und seinen Kumpanen sicher. Na Prost.

Peter Hick hat die Geschichte der Likedeeler 1993 auf der Insel Rügen wieder zum Leben erweckt. Zunächst als Macher bei den Karl-Mai-Festspielen in Bad-Segeberg erfolgreich, brachte Hick Störtebeker auf die Freilichtbühne in Ralswiek am Großen Jasmunder Boddeen (Bodden = flaches Küstengewässer, durch Landzunge vom Meer getrennt). Die Familie hatte sich für ihr Projekt mit acht Millionen Mark verschuldet. Doch das Risiko rechnete sich: 400000 Besucher jährlich machten Störtebeker und Konsorten in bisher 19 Jahren Spielbetrieb zu einer Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht.
Der Intendant wählt traditionell jedes Jahr einen anderen chronologischen Abschnitt aus "Störtis" Geschichte. 150 Laiendarsteller, vier authentisch nachgebaute Hanse-Koggen und bis zu 30 Pferde machen die reich mit Feuerwerk und Szene-Effekten gewürzte Vorstellung zu einer echten Super-Show. 2012 ist der letzte Abschnitt dran. Seit 23. Juni und noch bis zum 8. September, täglich 20 Uhr, steht Störtebekers Tod auf dem Themenplan.

Ob sich alles so zugetragen hat, wie die Legende sagt ist ungewiss. Denn der historische - Johann - Störtebeker aus Danzig soll bis mindestens 1413 gelebt haben. Nach der Geschichte, die auch zu DDR-Zeiten mit anderen Inszenierungsschwerpunkten auf die Naturbühne Ralswiek (10000 Plätze) kam, wird der Held 1401 auf dem Hamburger Grasbrook hingerichtet. Zuvor hatte er die mächtige Hanse zu militärischen Kraftanstrengungen genötigt: Mit elf Schiffen ud über 1000 Mann stürmt der Hanse-Hauptmann Simon von Utrecht das von Störtebeker erworbene "Freie Friesland". Zunächst nach Holland entkommen, gerät der Pirat beim Versuch, einen Kameraden zu retten, in die Fänge seiner Verfolger. Die Warnungen seiner engsten Vertrauten Gödeke Michels und Magister Wigbold hatten ihn nicht vom Turn in die Höhle des Löwen abhalten können. So kommt's, wenn man nicht auf Freunde hören will.

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